In der Wochenendausgabe Anfang Novemer 2009 der “Nürnberger Nachrichten” war zu lesen, daß die US-Armee in der Nähe von Ansbach auf einer 40 Hektar großen Fläche eine kleine Stadt bauen läßt – immerhin diesmal vom amerikanischen Steuerzahler finanziert. Auf dem Areal wird alles zu finden sein, was eine autarke Enklave braucht: vom Supermarkt über Wohnhäuser bis hin zum Appartement-Hotel und Comunity-Center ist alles dabei.

 

 

Nun könnte einem das, mal abgesehen von der Platzverschwendung, eigentlich am Arsch vorbeigehen – gäbe es da nicht zwei Kleinigkeiten, die einem sauer aufstossen. Zum ersten sind viele Gebäude, darunter der eigentlich öffentliche Supermarkt, für Deutsche “off limits” – oder in Neusprech: “Du kummsd da net rein!” Begründet wird dies fadenscheinig mit verbrauchssteuerlichen Gründen. Zum zweiten erhebt sich die Frage, was die US-Armee im Jahr achtzehn nach Beendigung des kalten Krieges und im Jahr 64 nach Ende des Zweiten Weltkrieges eigentlich immer noch hier zu suchen hat? Weil, eine Besatzungsarmee sind sie ja nicht. Dennoch sperren sie deutsche Staatsangehörige von deren Grund und Boden kategorisch aus und benehmen sich, als würden sie hier in Amerika sein.

Nun gibt es ja nicht erst seit gestern das Gerücht, daß die Amerikaner die in Deutschland installierten Überwachungsanlagen nicht nur dazu nutzten und nutzen, den kommunistischen Feind hinter dem eisernen Vorhang auszuspionieren, sondern auch und eigentlich in erster Linie die deutsche Wirtschaft und in letzter Zeit unbescholtene Privatleute – sind die amerikanischen Geheimdienstler in ihrer Datensammelwut doch weit schlimmer als Schäubles Stasi 2.0. Offensichtlich haben sie das immer noch nötig, anders ist es nicht zu erklären, daß die Army wie Scheiße am Schuh in diesem Land festklebt, mit freundlicher Unterstützung unserer Regierung. Daß das auch für Teile der britischen Armee gilt, sei hier nur am Rande erwähnt. Die einzigen Besatzer, die ihren Arsch tatsächlich aus Deutschland rausgeschafft haben, sind wohl die Russen. Schon merkwürdig, nicht?

“Ami go home”! Diesen alten Satz mal wieder ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken, dafür scheint es langsam an der Zeit. Es gibt keinen legitimen Grund, warum die Army sich immer noch hier herumtreibt. Ihre Kriegsspiele und Manöver sollen sie gefälligst woanders abhalten. Und ihre Supermärkte, die in keiner Weise der deutschen Binnennachfrage helfen, brauchen wir auch nicht!

 

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