Ein Thema, über das meines Erachtens zuwenig in diesem Land gesprochen wird und welches sich der öffentlichen Debatte entweder erfolgreich entzieht oder oft schlicht falsch dargestellt wird, ist die leidige Zensur von Medien.

Der Telepolis-Schreiber Hans Schmid verucht Licht ins Dunkle von Instititutionen zu bringen, die es nach dem Grundgesetz eigentlich nicht geben dürfte. Seine Reise durch den Wahnsinn deutscher Bürokratie ist unter folgenden Links nachzulesen:

Teil 1: Kasperltheater, Folterpornos und Zensoren
Teil 2: Böse Filme zwischen Kunstfreiheit und Jugendschutz

Die Texte sind etwas länger und daher für den Leser mit der mittlerweile weit verbreiteten Aufmerksamkeitsspanne einer Schmeißfliege wohl eher ungeeignet. Aber für solche Leute ist auch meine Seite nicht gedacht, weshalb ich die Hoffnung hege, wer hier die obigen Links anklickt, liest die Text auch komplett und macht sich seine eigenen Gedanken dazu.

 

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Die Zeit, 17.12.2008 (Thomas Kerstan)
Es klingt nach einer Erfolgsgeschichte: »Die Zahl der deutschen Grundschüler, die Englisch lernen, ist stark gestiegen«, meldet die Deutsche Presse-Agentur. Seit 2002 habe sich ihr Anteil auf gut 50 Prozent verdreifacht.
Doch zum Jubeln besteht kein Anlass. Denn diese vermeintliche Erfolgsgeschichte illustriert nur, wie schludrig hierzulande noch immer Schulpolitik betrieben wird. Irgendwie kam die Idee in die Welt, dass unser Nachwuchs bessere Fremdsprachenkenntnisse brauche. Dann verbreitete sich die Ansicht, dass man mit dem Erlernen von Fremdsprachen gar nicht früh genug anfangen könne — genährt durch missverstandene Erkenntnisse von Hirnforschern; von Lernfenstern war die Rede, die bei kleinen Kindern offen stünden und sich später schlössen.

 

Die Zeit, 17.12.2008 (Jens Jessen)
Wundersam sind die Wege zum Ruhm. Ein südkoreanischer Blogger, der unter dem erheiternd alteuropäischen Decknamen »Minerva« seine Kommentare im Internet schreibt, ist zu einer nationalen Berühmtheit geworden, seit er im Juli voraussagte, die amerikanische Kreditkrise werde in Kürze auf die koreanische Wirtschaft übergreifen. Und wie geschrieben, so geschehen. »Minerva« ist in der Gegenwelt des Netzes zu einer entscheidenden Autorität emporgestiegen. Die Regierung tobt, seit er des Weiteren prophezeit hat, der koreanische Börsenindex werde sich in Kürze halbieren. Aber das Publikum vertraut und huldigt ihm. Wer hätte gedacht, dass es noch einmal möglich sein würde, ausgerechnet im Genre der Kassandra, der ungeliebten Unheilsbotin, zu einem geliebten Star zu werden?

 

Die Zeit, 27.11.08
Sind so kleine Warzen, darf man nichts von zeigen, kostet 550 000 Dollar sonst. Wer kennt ihn nicht, den Superhit der amerikanischen Sängerin Janet Jackson aus dem Jahr 2004?!
Damals geschah es ihr, dass neun sechzehntel Sekunden lang ihr Kleid verrutschte mitten in einem Liveprogramm des Senders CBS. Der schaltete nicht ab, sofort und auf der Stelle, obwohl Warzen, auch bestirnte und besternte, in den USA aufs Schärfste untersagt sind und selbst die kleinen Kinder nur mit geschlossenen Augen trinken dürfen … was CBS dann eine harte Rüge der US-Medienaufsicht eintrug und ein Busengeld von einer halben Million Dollar.

Deutsche Presseagentur, 17.05.2008 (Antje Passenheim für die NN)
Der sechsjährige Randy Castro hatte den Begriff der “sexuellen Belästigung” vermutlich noch nie gehört – und trotzdem stand er in seiner Schule im US-Bundestaat Maryland als mutmaßlicher Triebtäter am Pranger.
Lehrer hatten es dem Jungen verübelt, daß er einer Mitschülerin auf den Po geschlagen hatte. Die Schule meldete den Vorfall der Polizei. Dort ist der Junge nun wegen angeblicher sexueller Belästigung aktenkundig.