Die Zeit, 19.03.2008 (Karl-Friedrich Kassel)
Im September 2006, gerade war das deutsche Werbeverbot für Tabak beschlossen worden, erlebten die Grünen eine ihrer seltenen Sternstunden als Oppositionspartei. „Grüne machen Druck beim Nichtraucherschutz“, verkündeten sie. Das Werbeverbot allein sei viel zu wenig, ein umfassendes Rauchverbot in Gaststätten, öffentlichen Gebäuden und an jedwedem Arbeitsplatz müsse her. Im Fraktionsbüro der Grünen arbeitete damals: Marianne Tritz, Vorsitzende des Grünen-Kreisverbandes Lüchow-Dannenberg, noch früher Sprecherin der berühmten Bürgerinitiative gegen die Atomanlagen in Gorleben.

Deutsche Presseagentur, 24.05.2008

Die deutsche Ärzteschaft hat sich aus Sorge um den Datenschutz gegen die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in der vorgesehenen Form ausgesprochen. Sie sei mit dem Grundvertrauen der Patienten in das ärztliche Berufsethos nicht vereinbar, hieß es im Beschluß des 111. Deutschen Ärztetages. Das Konzept solle weiterentwickelt und dabei die Datensicherheit stärker berücksichtigt werden. Die Ärzte sprachen sich auch gegen die elektronische Patientenakte und das elektronische Rezept aus
Die Gesundheitskarte soll die bisherige Chipkarte der Krankenkassen ablösen. Darauf sollen alle Behandlungen, Rezepte und Notfalldaten gespeichert werden. Die Umsetzung des Vorhabens soll rund 1,4 Milliarden Euro kosten. Durch die zwischenzeitlichen Pannen und Fehlschläge diverser Testphasen seien die damals vorgebrachten Argumente erhärtet und bestätigt worden, erklärten die Ärzte.