Die Zeit, 03.07.08 (Josef Joffe)
Anfang Juni probte die israelische Luftwaffe Krieg über der Agäis; die Entfernung entsprach just den 1600 Kilometern von Tel Aviv nach Natans und Isfahan, den Zentren des iranischen Atomwaffenprogramms. Dass das Manöver den Angriff auf Iran simulierte, wie ein US-Offizieller anonym dozierte, war so überraschend wie der Verweis auf den Marienglauben des Papstes. Die Israelis simulierten, um nicht exekutieren zu müssen; also sollte der Manöverlärm vor allem den Rest der Welt schocken: »Wenn ihr nicht endlich ernst macht mit Sanktionen, dann …« Am Wochenende haben israelische Hinterbänkler erneut mit Bombenangriffen gedroht.

 

Die Zeit, 03.07.08 (Finis)
Nach dem Abpfiff haben wir unser deutsches Verliererfähnchen rasch eingerollt und kehren nun zur Tagesordnung zurück. Wo waren wir vor der EM noch mal stehen geblieben? Genau, beim ollen Kurt Beck. Sollen wir den SPD-Chef noch mal rasch in die Pfanne hauen, medium rare mit ordendich Pfeffer? Nicht nötig, das haben die lieben Kollegen schon für uns erledigt.
Aber hallo, wer kommt uns denn da frech vor die Flinte? Das ist ja Thilo Sarazin, der Berliner Finanzsenator! Lieber Herr Sarazin, wie geht’s denn so? Unter Wowereits grauen Mäusen sind Sie ja ein bunter Hund.

 

Die Zeit, 03.07.08 (Silke Hellwig)
Wer in Eckernfeld wohnt, hat es zu bescheidenem Wohlstand gebracht. Die Einfamilienhäuser sind verklinkert, die Hecken gestutzt, an den Mittelklassewagen wehen Deutschlandfähnchen. Immobilienmakler nennen die Lage »ruhig und romantisch«. Selbst der bizarre Wahlkampf, dem der Bremerhavener Ortsteil in diesen Tagen seine Bekanntheit verdankt, ist so ruhig, dass ihn die Eckernfelder glatt verpassen könnten. Wenn nicht Jan Timke, Kandidat der Wahlervereinigung »Bürger in Wut« (BiW) und früher einmal Spitzenkandidat der Bremer Schill-Partei, an jeder ihrer Türen klingeln würde.

 

Deutsche Presseagentur, 24.05.2008
Der Bundesrat hat das vom Bundestag beschlossene Gesetz zur Erhöhung des Wohngeldes für die etwa 800000 Rentner und Niedrigverdiener gestoppt. Zur Klärung von Streitfragen rief die Länderkammer des Vermittlungsausschuß an.
Die Länder kritisierten die Plöne für einen Erhöhung der Wohnbeihilfen um 60 Prozent auf durchschnittlich 142 Euro im Monat als zu weitgehend. Mit dem Aufschub wollen sie mehr Geld des Bundes für die Grundsicherung im Alter durchsetzen. Bundesbauminister Tiefensee (SPD) kritisierte die Entscheidung. Wohngeld-Erhöhung helfe vor allem den Rentnern. Konflikte zwischen Bund und Ländern dürften nicht auf dem Rücken der Bedürftigen ausgetragen werden, sagte er mit Blick auf die gestiegenen Miet- und Energiekosten.

Deutsche Presseagentur, 26.04.2008
Der frühere hessische Ministerpräsident und Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) kann mit einer deutlich höheren Pension rechnen. Das Kasseler Verwaltungsgericht verurteilte die Stadt Kassel, einen Versorgungsbescheid neu zu berechnen. Die Stadt hatte die Versorgungsansprüche ihres ehemaligen Oberbürgermeisters auf null gerechnet und das Land sowie den Bund in der Pflicht gesehen. Im äußersten Fall könnte Eichel zu seinen Anspüchen als Minister in Höhe von 7151,05 Euro noch 5900 Euro hinzubekommen.