Limerick (Luimneach)

Mit einigem Erschrecken stellte ich bei Durchsehen meiner Unterlagen fest, daß ich für das County Limerick nur wenige Infos aus erster Hand zu bieten haben. Auch fototechnisch sieht es hier eher dünn aus. Das brachte mich zu dem Entschluß, bei meinem nächsten Trip nach Irland mal ein besseres Auge auf dieses County zu werfen. Wenigstens ein, zwei Infos kann ich jetzt schon mal geben.

Die Stadt Limerick selbst diente mir bis dato eher als Orientierungspunkt zum Durchfahren. Meist wurde sie auf der Umgehungsstraße umfahren, was nicht zuletzt auch daran lag, daß die immerhin 80.000 Einwohner zählende Stadt von außen nicht gerade einen sehenswürdigen Eindruck vermittelt. Wie ich erfuhr, arbeitet man aber mit Hochdruck daran, sein Image zu verbessern und den Ort für Touristen attraktiver zu gestalten. Ob das den Einheimischen nun zum Vor- oder Nachteil gereicht, bleibt abzuwarten.

Bekannt ist Limerick sicher durch das Buch und den darauf basierenden Film „Angela’s ashes“, zu deutsch „Die Asche meiner Mutter“. Die ursprüngliche Wikingersiedlung bietet mit dem King John’s Castle immerhin eine Sehenswürdigkeit für den Freund trutziger Normannenburgen. Auch der neue Stadtpark soll dem Vernehmen nach recht schön geworden sein.

A propos Park. Das bringt mich zu einem weiteren, für mich eher typischen Durchfahrtsort, der aber von meiner Seite regelmäßig für eine Kaffeepause genutzt wird: Adare.

Die Amerikaner nennen den Ort „Ireland’s most charming village“, was mir irgendwie das Gefühl gibt, die Ansprüche der Amis sind eher gering und ihr Geschmack eher kitschig. Natürlich haben die Touristenunternehmen diese Benennung stantepede übernommen – gut fürs Reisebusgeschäft. Es ist sicher wahr, daß Adare ein hübsches kleines Nest ist, aber most charming halte ich für zu viel des Guten.

Adare ist ein derart typischer Touristenstop, daß es schon fast übertrieben ist. Herausgeputzte, niedlich Cottages mit Reetdach, zwei Castles, zwei Klöster und die Mittelaltershow im Heritage Centre machen klar, warum es die Amerikaner so charming finden; es passt in ihr Weltbild des Native Ireland.

Fast alles in Adare kostet Eintritt, mit Ausnahme des wirklich schönen Stadtparks. Direkt gegenüber befindet sich ein Cafe, das mit zivilen Preisen aufwartet und den unvermeidlichen Souvenirshop beherbergt. Wie gesagt, der ideale Ort, um auf einer längeren Fahrt einen Stop einzulegen, ein Käffchen zu schlürfen und sich anschließend im Stadtpark etwas die Beine zu vertreten, bevor es weiter Richtung Kerry oder Galway geht.